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Dienstwagen versteuern 2020

Elektro- und Hybridautos sorgen für bessere Luft und stärken den Klimaschutz. Die Bundesregierung hat die Steuern für E-Dienstwagen deshalb weiter gesenkt – und damit auch für Ihre Mitarbeiter noch attraktiver gemacht. Erfahren Sie hier, was sich seit 1. Januar 2020 für  Ihre E-Dienstwagenfahrer alles geändert hat – und wie Ihre Mitarbeiter von den neuen Regeln profitieren.

Die Vorteile für E-Dienstwagen-Fahrer auf einen Blick

  • 2020 noch mehr Steuern sparen mit E-Dienstwagen
  • Die Besteuerung wurde bei einigen Modellen im Vergleich zum Vorjahr nochmals halbiert
  • Auch Plug-in-Hybridfahrzeuge genießen Steuervorteile
  • Steuerrabatt auch bei Fahrtenbuchnutzung

Hohe Anreize für Elektromobilität dank niedriger Besteuerung

Nicht nur bei der Versteuerung sinkt die Bemessungsgrundlage gegenüber einem klassischen Verbrenner um bis zu drei Viertel, also auf bis zu 0,25 Prozent des Bruttolistenpreises (BLP). Auch bei der Kilometerbesteuerung gilt die niedrigere Bemessungsgrundlage. Für jeden Kilometer, der zwischen Wohnung und Arbeitsort liegt, werden 0,03 Prozent des Listenpreises versteuert. Bei elektrifizierten Firmenwagen müssen nur noch 0,03 Prozent von einem Viertel der Bemessungsgrundlage versteuert werden, also 0,25 Prozent des BLP bzw. 0,5 Prozent des BLP.

Die wichtigsten Fakten:

  • Reine Elektroautos (BEVs) sind steuerlich meist günstiger als Plug-in-Hybridfahrzeuge (PHEVs).
  • Bei der Privatnutzung von BEVs unter 40.000 EUR müssen 0,25 Prozent des Bruttolistenpreises als geldwerter Vorteil versteuert werden.
  • Elektroautos über 40.000 EUR: 0,5 Prozent des Bruttolistenpreises müssen als geldwerter Vorteil versteuert werden.
  • Für Hybridfahrzeuge gilt nach wie vor, dass 0,5 Prozent des Bruttolistenpreises als geldwerter Vorteil versteuert werden müssen.
  • Steuerliche Voraussetzung für Plug-in-Hybride sind mindestens 40 Kilometer elektrische Reichweite oder maximal 50 Gramm CO2-Ausstoß pro Kilometer.
  • Die Neuregelungen gelten für Erstzulassungen vom 1. Januar 2019 bis zum 31. Dezember 2030.

Elektroauto oder Hybridfahrzeug: die steuerlichen Unterschiede

Für die private Nutzung von Elektro-Firmenfahrzeugen gelten seit Jahresbeginn die im Folgenden beschriebenen steuerlichen Vorgaben. Übrigens: Als Alternative zur Pauschalregelung können Sie auch die Fahrtenbuchmethode einsetzen.

Reine Elektrofahrzeuge unter 40.000 EUR

Liegt der Bruttolistenpreis des E-Firmenwagens unter 40.000 EUR, sparen Arbeitnehmer jetzt deutlich mehr: Ihre privaten Strecken müssen sie seit 2020 nur noch pauschal mit einem Viertel der Bemessungsgrundlage versteuern.

Reine Elektrofahrzeuge über 40.000 EUR

Bereits seit 2019 wird bei der Besteuerung der neuen Fahrzeuge mit Elektromotor nur der halbe Bruttolistenpreis angesetzt. Diese Steuervergünstigung bleibt für E-Autos bestehen, deren Bruttolistenpreis mehr als 40.000 EUR beträgt.

Plug-in-Hybride

Für Plug-in-Hybride gilt nach wie vor die 1 Prozent-Regel mit halbierter Bemessungsgrundlage. Allerdings nur, wenn das Auto mindestens 40 Kilometer weit rein elektrisch fährt oder höchstens 50 Gramm CO2 pro Kilometer emittiert, gemessen nach der neuen WLTP-Norm.

Steuervorteile auch bei Fahrtenbuchmethode

Nicht immer rechnet sich die 1-Prozent-Regel, also die pauschale Versteuerung des Firmenwagens, auch wenn diese Art der Ermittlung einfach ist und Zeit spart. Wird ein E-Dienstwagen privat nur selten genutzt und auch nur über kurze Strecken, dann lohnt sich ein Fahrtenbuch als Nachweis für die tatsächlich entstandenen Kosten. Möglich ist der Umstieg von der Fahrtenbuchmethode auf die 1-Prozent-Regel oder umgekehrt übrigens entweder zum Jahreswechsel oder – unterjährig – bei einem Wechsel des Fahrzeugs. Welche Versteuerung günstiger ist, muss immer individuell berechnet werden.

FAQ zur Versteuerung von Elektro-Dienstwagen

Wie profitieren Arbeitgeber von der Dienstwagenbesteuerung?

Ein Dienstwagen kann grundsätzlich auch ein Teil der Vergütung eines Angestellten sein – und damit eine kostengünstige Alternative zur Gehaltserhöhung. Wird das Fahrzeug nämlich auch für Privatfahrten überlassen, reduzieren sich Bruttogehalt und Lohnnebenkosten. Die Anschaffung von Firmenautos ist zudem steuerlich gefördert, beim Neukauf gibt es die Umsatzsteuer vom Fiskus zurück.

Was ist die 1-Prozent-Regelung?

Die 1-Prozent-Regelung besagt, dass jeden Monat 1 Prozent des Bruttolistenpreises eines Firmenfahrzeugs als geldwerter Vorteil versteuert werden muss. In der Praxis schlägt meist schon der Betrieb bei der monatlichen Gehaltsabrechnung dieses 1 Prozent auf das steuer- und sozialversicherungspflichtige Gehalt auf.

Wann gelten 0,5 oder 0,25 Prozent des Bruttolistenpreises als Grundlage für die Versteuerung?

Seit 1. Januar 2020 wird die private Nutzung von Elektroautos bis 40.000 EUR als Dienstwagen nur noch mit monatlich 0,25 Prozent des Bruttolistenpreises als geldwertem Vorteil besteuert. Für Hybrid- und Elektrofahrzeuge mit höherem Bruttolistenpreis gilt weiterhin die 0,5 Prozent des Bruttolistenpreis.

Wann muss ich einen E-Firmenwagen von der Steuer absetzen?

Wann immer ein Dienstwagen auch privat gefahren werden darf, fallen für diese Strecken Steuern an, denn der Fiskus stuft die unentgeltliche Überlassung des Fahrzeugs zur privaten Nutzung als Sachzuwendung ein. Und auf einen solchen geldwerten Vorteil ist Einkommensteuer zu entrichten.

Was ist der Unterschied zwischen Pauschalregelung und Fahrtenbuch?

Für die Besteuerung von Dienstfahrzeugen bietet das Finanzamt zwei Methoden zur Wahl an: entweder die 1-Prozent-Regel oder das Führen eines Fahrtenbuchs. Bei der 1-Prozent-Regel erfolgt eine pauschale Berechnung der Steuerlast (über den Listenpreis des Autos zum Zeitpunkt der Erstzulassung). Ein Fahrtenbuch hingegen ermittelt die tatsächlichen Kosten (und damit den konkreten geldwerten Vorteil), indem alle Dienst- und Privatfahrten mit Kilometerangaben und weiteren anfallenden Ausgaben detailliert protokolliert werden.

Wie berechne ich den geldwerten Vorteil für die Privatnutzung meines E-Dienstwagens?

Der geldwerte Vorteil kann entweder pauschal nach der 1-Prozent-Regel ermittelt werden oder mithilfe eines Fahrtenbuchs. Welche Methode günstiger ist, hängt von der Art der Nutzung ab.

Gilt die Steueränderung für Dienstwagen auch rückwirkend?

Die steuerliche Neuregelung gilt rückwirkend ab 1. Januar 2019.

Ersparnis beim Versteuern von Dienstwagen

Ist es Ihnen bisher nicht gelungen, Ihre Mitarbeiter von einem Elektrofahrzeug als Dienstwagen zu überzeugen? Dann legen Sie ihnen doch einfach mal den direkten Vergleich zum klassischen Verbrenner dar: Zum Beispiel spart Ihr Mitarbeiter monatlich knapp 300 Euro an Steuern beim Umstieg von einem BMW 530d auf einen BMW 530e iPerformance. Aufs komplette Jahr gerechnet liegt die Steuerersparnis also deutlich im vierstelligen Bereich. Oder weisen Sie sie auf die jetzt noch größere Steuerersparnis verglichen mit dem Vorjahr hin (siehe nachstehendes Rechenbeispiel).

*Berechnungen auf Basis eines Mitarbeiters (m/w/d) mit einem monatlichen Bruttoverdienst von 5000,00 Euro unter Berücksichtigung von Steuern (Klasse 1 + Kirchensteuer) und Sozialabgaben (gesetzlich, KV-Zusatz + 0,9 %). Die Berechnungen dienen als Beispiel und können aufgrund der Steuerklasse varieren.
**Beispielrechnung: pauschal 0,03% vom anzusetzenden Bruttolistenpreis.