Ladesicherung in Transportern: Darauf sollten Sie achten


©ACE Auto Club Europa

Auszug aus einem Interview mit Bernd Hebener, Verkehrssicherheitsexperte beim Auto Club Europa (ACE).

Worin unterscheidet sich das Fahren eines Pkw und eines Transporters?

Der Hauptunterschied ist die Ladung im Heck eines Transporters. Ich begleite regelmäßig Polizisten bei Verkehrskontrollen und erlebe dabei immer wieder Transporter mit gar nicht oder falsch gesicherter Ladung. Alles wird einfach hinten reingeworfen – und los geht die Fahrt. Viele Fahrer von Transportern haben keine Ahnung, wie gefährlich ungesicherte Ladung ist. Sie wird bei einem Unfall oder einer Vollbremsung mit großer Wucht nach vorne geschleudert und kann Fahrer und Passagiere schwer verletzen.

Welche Sicherheitsbestimmungen müssen bei Transportern eingehalten werden?

Die Antwort zeigt das große Problem dabei. Denn in Deutschland gibt es lediglich eine einzige Bestimmung dazu – und diese lässt viel Raum für Interpretationen zu: Gesetzlich müssen Sie Ihre Ladung so sichern, dass sie keine Gefahr darstellt, wenn Sie plötzlich bremsen oder ausweichen müssen. Wie genau das geschieht, bleibt aber jedem selbst überlassen. Natürlich gibt es Empfehlungen von Experten, aber sie sind eben nicht gesetzlich verpflichtend. Ich halte Seminare bei verschiedenen Berufsverbänden, und die am häufigsten gestellten Fragen lauten: „Was bin ich verpflichtet zu tun?“ oder „Brauche ich eine feste Trennwand zwischen Fahrerkabine und Laderaum?“ Auf diese Fragen gibt es leider keine eindeutigen Antworten. In manchen Fällen reicht ein stabiles Gitter – mit dem Vorteil freier Sicht nach hinten. In anderen Fällen ist eine feste Wand erforderlich, sie muss dann aber auch korrekt eingesetzt werden.

Was ist die häufigste Unfallursache bei Transportern?

Die Geschwindigkeit. Ein Transporter ist nicht für die gleiche Geschwindigkeit ausgelegt wie ein Pkw – das vergessen manche Fahrer. Sie fahren mit dem Auto zur Arbeit, stellen es ab und steigen in den Transporter um. Dann fahren sie weiter, ohne ihr Fahrverhalten anzupassen. Daraus resultieren leider häufig Unfälle.

Zum Schluss noch ein anderes Thema: Welche Rolle spielen alternative Antriebe bei leichten Nutzfahrzeugen?

Transporter mit Hybridantrieb nehmen an Bedeutung zu. Sie eignen sich für Unternehmen, die Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen Gesamtgewicht einsetzen. Um leichtere Lasten zu transportieren, kommen vollelektrische Transporter in Frage. Im Bereich alternativer Antriebe für LCV tut sich in Forschung und Entwicklung gerade eine ganze Menge. Es ist definitiv ein Thema mit großer Zukunft.

Das vollständige Interview in englischer Originalfassung finden Sie im Alphabet Business Mobility Blog.