Elektromobilität gewinnt an Fahrt

Mit neuen Fahrzeugen und Lösungen startet die Technologie 2013 durch

Mit großer Euphorie setzten sich Wirtschaft und Politik 2009 das Ziel, bis 2020 eine Million Elektrofahrzeuge auf Deutschlands Straßen zu bringen. Viele Pilotprojekte starteten und die Hersteller investierten in die neue Technologie. Fahrzeuge und Antriebe wurden weiterentwickelt und es begann der Ausbau der Infrastruktur. Gleichzeitig wurden Konzepte und Lösungen für die private und geschäftliche Nutzung angestoßen und umgesetzt. Während dieser Zeit wurde es in der Öffentlichkeit etwas ruhiger um das Thema. Mit neuen Fahrzeugen und attraktiven Nutzungskonzepten erreichte Elektromobilität in diesem Jahr wieder eine große Aufmerksamkeit.

Internationale Vernetzung

Die zahlreichen Investitionen in die Infrastruktur zeigen Wirkung: Laut Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft gibt es in Deutschland heute 4.400 Ladepunkte. Einen wichtigen Beitrag dazu leistet auch die Initiative Schaufenster Elektromobilität Bayern und Sachsen. Im Rahmen der Initiative errichten unter anderem Siemens, BMW und E.ON Schnellladesäulen entlang der A9 von München nach Leipzig. Seit Anfang des Jahres ist die Initiative in das europäische Programm "Crossing Borders“ integriert. Das Projekt verbindet verschiedene nationale Infrastrukturvorhaben entlang der Fernstraßenverbindung Berlin-München-Salzburg-Wien-Bratislava. Ziel ist es, ein zusammenhängendes Netz an Ladepunkten mit barrierefreien Zugängen und Roaming-Lösungen für die Abrechnung von Lade- und Mobilitätsdienstleistungen zu schaffen.


Laut Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft gibt es in Deutschland heute 4.400 Ladepunkte

Bessere Rahmenbedingungen

Eine positive Entwicklung gab es auch bei den steuerlichen Rahmenbedingungen in Deutschland. Im Sommer wurde die Versteuerung von Dienstwagen mit Elektroantrieb neu geregelt. Nutzen Mitarbeiter Firmenwagen privat ohne Fahrtenbuch, müssen sie den geldwerten Vorteil mit 1 Prozent des Bruttolistenpreises versteuern. Bei Elektrofahrzeugen verursachen in der Regel die Kosten für die Batterie höhere Anschaffungskosten gegenüber Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren. Dadurch steigt die zu versteuernde Summe. Dieser Nachteil wird mit der Neuregelung nun ausgeglichen: Die Kosten für das Batteriesystem können nun für die Anwendung der Ein-Prozent-Regelung vom Preis pauschal abgezogen werden. Bis Ende 2013 kann der Bruttolistenpreis um 500 Euro pro Kilowattstunde um maximal 10.000 Euro vermindert werden. Ab 2014 ist eine Verminderung um 450 Euro pro Kilowattstunde bis zu 10.000 Euro möglich.

Antworten auf Herausforderungen

Mitte des Jahres rückte der Fahrzeughersteller BMW die Marktreife der Technologie ins breite Bewusstsein und präsentierte den BMW i3 als eine Antwort auf globale Mobilitätsfragen. Zu den Herausforderungen von morgen gehört beispielsweise, wie Menschen bei zunehmender Urbanisierung mobil bleiben können. Welche Lösungen lassen sich für CO2- und Lärmbelastungen in den Megacities von morgen finden? Mit einem lokal emissionsfreien, vollelektrischen Antrieb, seiner innovativen Karbonleichtbauweise sowie nachhaltigen Herstellungsprozessen in den USA und Deutschland setzt der BMW i3 neue Maßstäbe in diesen Bereichen. Für mehr Nachhaltigkeit sorgen zudem die Wiederverwendung von Produktionsrückständen sowie eine 95-prozentige Recyclingquote der im BMW i3 verbauten Materialien. Und bei aller Umweltfreundlichkeit muss nicht auf Fahrfreude verzichtet werden.

Von der Idee zur Wirklichkeit

Ganz im Zeichen der Elektromobilität stand dann auch die 65. IAA Mitte September in Frankfurt am Main. Hersteller und Zulieferer präsentierten zahlreiche Innovationen rund um die Elektromobilität. Zulieferer und Forschungsinstitute stellten zudem neue Ideen und Lösungen für Batterien, Ladesäulen und Komponenten vor. In seinem Abschlussstatement konnte dann Matthias Wissmann, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), feststellen: "Hier auf der IAA ist für alle sichtbar: Elektromobilität ist keine Vision mehr, sondern Realität“. Mit dem umfassenden Produkt AlphaElectric trägt Alphabet seinen Teil dazu bei und stellt Unternehmen eine effiziente und einfache Lösung für Elektromobilität in Flotten bereit.


BMW auf der 65. IAA Mitte September in Frankfurt am Main

Elektrisch in die Zukunft

Eines ist am Ende des Jahres klar: Elektrofahrzeuge werden künftig im Mobilitäts-Mix eine wichtige Rolle spielen. Politik und Wirtschaft wollen dabei gemeinsam am selben Strang ziehen. So hat sich etwa die große Koalition im jüngst geschlossenen Koalitionsvertrag verpflichtet, die Technologie und ihre Infrastruktur weiter zu fördern. Auch viele Hersteller und Zulieferer setzen sich für eMobility ein und investieren weiter. Alles spricht dafür: Die Frage ist nicht, ob Elektromobilität kommt, sondern wann Sie sich dafür entscheiden.