Kennen Sie «Olli», den Allrounder?

Seinen Namen hat «Olli» von Olly the Octopus – in den USA so populär wie bei uns das «Sandmännchen». Teile von ihm stammen aus einem 3-D-Drucker, aber zusammengebaut ist «Olli» ein autonomer, elektrischer Kleinbus.

Das auf den ersten Blick eher eigenwillig anmutende Gefährt wurde vom amerikanischen Start-up-Unternehmen Local Motors aus Phoenix, Arizona, entwickelt und benannt nach Olly, dem Oktopus mit den vielen ausserordentlichen Fähigkeiten und Talenten. Die positiven Assoziationen, die mit der schlauen Krake verbunden werden, soll auch der Kleinbus als intelligenter Allrounder bei den Leuten wecken. Schon in naher Zukunft wird «Olli» bis zu zwölf Passagiere autonom durch die Städte der Welt chauffieren können.

Was nach Science-Fiction klingt, ist schon sehr real. Abgesehen vom ungewöhnlichen, aber durchaus ansprechenden Design ist die Produktion dieses Fahrzeugs neuartig und spektakulär. Grosse Teile des Chassis und der Karosserie werden nämlich im 3-D-Verfahren gedruckt. Local Motors kann dadurch nach eigenen Angaben die Zeit von der Entwicklung bis zur Produktion um den Faktor 5 und die Kosten um den Faktor 100 senken.

Laut Entwicklern kann der elektrische Kleinbus dank einer 360-Grad-Sicht das Geschehen um ihn herum viel schneller aufnehmen und verarbeiten als ein Mensch. «Olli» lässt sich bequem jederzeit per App an den gewünschten Ort herbestellen und steht den Fahrgästen danach für eine komplett autonome Fahrt zur Verfügung.

«Olli» in Berlin

Alle diese Fakten machen neugierig und bieten Spielraum für diverse Zukunftsszenarien. In Berlin, am Innovationszentrum für Mobilität und gesellschaftlichen Wandel (InnoZ), haben rund 60 Vertreter aus Industrie und Forschung sowie von ÖPNV-Anbietern und Verbänden auf Einladung von KIAM (Kompetenznetz Intermodale Automatisierte Mobilität) über mögliche Anwendungsbereiche autonomer Shuttles als Teil des öffentlichen Verkehrs diskutiert. Stark verkürzt lässt sich das Fazit wie folgt festhalten: «Alles ist möglich – aber nichts ist heute schon sicher prognostizierbar».

Am Ende der Veranstaltung durften die Teilnehmenden mit «Olli» auf dem EUREF-Campus eine kleine Reise als Passagiere unternehmen. Die komplexe Wegführung und der lebhafte Mischverkehr von Autos, Fahrrädern sowie Fussgängern zeigten aber deutlich, dass noch nicht alles reibungslos funktioniert.

Technologie der nächsten Generation

Entwickler suggerieren oft und gerne, dass die Technik schon bereit ist und es nur an den regulatorischen Rahmenbedingungen mangelt. Der Praxistest lässt daran einige Zweifel aufkommen. Heute ist die Technik allein noch nicht in der Lage, sich in einem hochkomplexen Umfeld zuverlässig autonom von A nach B zu bewegen. Alle Beteiligten sind sich jedoch einig, dass die technischen Entwicklungen rasant voranschreiten und die heute noch bestehenden Herausforderungen bald überwunden sein werden. Weniger klar sind die Antworten auf Fragen wie, welche Geschäftsmodelle lassen sich um diese Technologie herumentwickeln, wie verändert sich das Mobilitätsverhalten der Bürger und was sind die Folgen für die heute existierenden Angebote im ÖPNV. Eines ist sicher: Autonom fahrende Fahrzeuge werden kommen und in nicht allzu ferner Zukunft das Bild in allen Städten dieser Welt prägen.

Wir bleiben dran am Puls des Geschehens und halten Sie auf dem Laufenden!

Bild: Mett Olli, Online (10.11.2016).

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