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Wie offen ist die Schweiz gegenüber autonomen Fahrzeugen?

Das Thema «autonomes Fahren» wird derzeit fast täglich in den Medien adressiert. Dabei stehen vor allem die technischen Errungenschaften der Automobilhersteller im Vordergrund. Autonome Fahrzeuge werden die Mobilität des Menschen grundsätzlich verändern. Zusammen mit Alphabet führte die Universität St. Gallen im Frühjahr 2018 eine Studie zum Thema Kundennutzen vom autonomen Fahren durch. Dabei steht der Mensch und dessen Bereitschaft, diese neue Mobilitätsform zu nutzen, im Zentrum.

Unter den Befragten herrscht bei 63.6% grundsätzlich die Bereitschaft, ein vollautonomes Fahrzeug auszuprobieren. Immerhin 36.7% lehnen diese Möglichkeit ab, wenn auch unterschiedlich stark. Vergleicht man die Eigenschaften der Personen, welche dieser Möglichkeit am stärksten zustimmen, mit denjenigen der Personen, welche überhaupt nicht bereit sind, an einer Testfahrt teilzunehmen, kommen deutliche Unterschiede ans Tageslicht.

Junge Männer sind eher positiv eingestellt
Die Personen, welche einer Testfahrt stark zustimmen würden, sind im Durchschnitt 9 Jahre jünger (44.15 vs. 53.25 Jahre; Median: 43 vs. 55 Jahre) als die stark ablehnenden Personen. In der zustimmenden Gruppe befinden sich auch deutlich mehr Männer (68.1%) während bei der ablehnenden Gruppe die Frauen dominieren (66.3%). Bei Bildung, Beruf und Einkommen befinden sich die Befürworter in höheren Kategorien als die Personen, die eine Probefahrt klar ausschlagen würden. So besitzen knapp die Hälfte der Befürworter einen Maturitätsausweis oder haben eine höhere Ausbildung abgeschlossen (46.8%). 20.4% der Befürworter arbeiten in einer Führungsposition und mehr als die Hälfte (51.8%) sind in höheren Einkommensklassen anzutreffen. Bei den stark Ablehnenden sind diese Werte tiefer (Maturität+: 27.1%, Führungsfunktion: 9.2%, höhere Einkommensklassen: 27.1%).

Führerschein und Fahrzeugbesitz als Unterscheidungsmerkmal
Auch beim Besitz und dem Umgang mit dem Fahrzeug sind deutliche Differenzen zwischen den beiden Gruppen vorhanden. Die Befürworter des autonomen Fahrens haben öfters einen Führerschein (88.7% gegenüber 73.8%) und besitzen eher ein eigenes Auto (68.6% im Vergleich zu 58.8%). Bei diesen Fahrzeugen handelt es sich um leicht jüngere Fahrzeuge (Median Zulassung: 2011 im Vergleich zu 2010), welche bei den Befürwortern eher über ein Assistenzsystem verfügen (27.9% vs. 13.9%) als bei den ablehnenden Personen. Entsprechend fahren die Befürworter auch mehr Kilometer pro Jahr (Median: 10'000 km vs. 6'000 km).

Die Automobilhersteller, respektive die Mobilitätsanbieter, sehen sich also nicht nur mit technischen Herausforderungen konfrontiert, sondern müssen auch noch viel Aufklärungs-  und Überzeugungsarbeit leisten, um eine erfolgreiche und breit abgestützte Markteinführung von autonomen Fahrzeugen zu erreichen.

Autor: Prof. Dr. Christian Laesser & Dr. Daniel Bazzi, Universität St. Gallen