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Reisezeitbudget

Wir sind ständig auf Reisen

Womit verbinden Sie Reisen: Ferien am Strand? Erkunden einer Grossstadt? Oder denken Sie eher an Geschäftsreisen? Trotz schnelleren Verkehrsmitteln und besseren Verbindungen verbringen wir immer noch fast gleich viel Zeit im Verkehr wie vor 50 Jahren. Das Reisen oder Unterwegssein ist längst Teil unserer täglichen Herausforderungen.

In der letztjährigen Publikation zum Thema «Reisen der Schweizer Bevölkerung 2014» formuliert das Bundesamt für Statistik den Begriff «Reisen» wie folgt: «Eine Reise ist definiert als nicht alltägliche Fortbewegung, bei der eine Person für mindestens drei Stunden (Tagesreisen) und für höchstens 365 Tage (Reisen mit Übernachtungen) das gewohnte Umfeld verlässt. Ausgeschlossen sind Ortsveränderungen im Zusammenhang mit regelmässig und wiederholt (einmal oder mehrmals pro Woche) stattfindenden Tätigkeiten.» [1]

Unabhängig von der Motivation der Reise unternehmen Schweizerinnen und Schweizer durchschnittlich rund drei Reisen mit Übernachtungen und zehn Tagesreisen pro Jahr. Zwar ist die Schweiz flächenmässig eher klein, trotzdem wird nach wie vor der grösste Teil an Übernachtungen im Inland gebucht, gefolgt von Deutschland und Italien. Dabei nutzen Herr und Frau Schweizer sowohl im In- wie auch im Ausland am liebsten das Auto.[1]

Je schneller die Verkehrsmittel, desto weiter das Ziel
Forschungen über die durchschnittliche Reisezeit pro Person belegen, dass die aufgewendete Zeit, verteilt über die ganze Welt, seit fast 50 Jahren praktisch unverändert bei rund anderthalb Stunden liegt.

Beim Mobilitätsverhalten bestimmter Gruppen wie zum Beispiel Fernpendler und Aussendienstmitarbeiter oder aber auch Personen mit eingeschränkten Möglichkeiten wird hingegen eine Abweichung zum konstanten Reisezeitbudget festgestellt. Während der Woche liegt der Durchschnitt bei ca. 70 – 90 Minuten, wo hingegen von Freitag bis Sonntag oft auch längere Reisezeiten erfasst werden.

Untersuchungen zum Thema zeigen folgenden Trend: «Das Reisezeitbudget sinkt trotz Verbreitung schnellerer Verkehrsmittel nicht. So hat sich beispielsweise in Frankreich die mittlere Geschwindigkeit in den vergangenen 200 Jahren im Mittel um drei Prozent pro Jahr erhöht.» Diese Erkenntnis wiederum legt nahe, dass die durch die schnellere Bewältigung der Distanzen gewonnene Zeit nicht für alternative Beschäftigungen genutzt wird.
Verbesserte Mobilitätsbedingungen führen also eher dazu, dass die zurückgelegten Distanzen grösser werden. Orte, die gestern noch Fern waren, können heute innert weniger Stunden erreicht und so für regelmässige private oder berufliche Termine besucht werden. [2]

Die neuen technischen Entwicklungen im Verkehrswesen ermöglichen den Menschen ihren alltäglichen Bewegungsradius auszuweiten und flexibel und schnell grössere Distanzen zurückzulegen. Zum Abbau des hohen Verkehrsaufkommens tragen sie hingegen nicht bei. Dieses Problem verlangt nach anderen Lösungen und wird uns wohl in Zukunft noch stärker beschäftigen.

[1] BFS, Reiseverhalten (Online, 12.05.2016) 
[2] Zukunft Mobilität, Das konstante Reisezeitbudget (Online, 12.05.2016)