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Corinne Schaerli
Corinne Schärli
Marketing & Business Development Manager
Martin Erb
Managing Director
Gastautor
Fachexperten im Auftrag von Alphabet
Kenneth Aspin
Kenneth Aspin
Sales & Marketing Director
Alain Bahni
Alain Bahni
Operations Director
Verena Domnick
Supervisor Account Management

Das Auto der Zukunft: Je autonomer, desto besser?

Die Automobilwelt befindet sich in einem radikalen Wandel. Der technologische Fortschritt verändert das Autofahren grundlegend. Heutige und kommende Autos verfügen über immer mehr Kameras, Sensoren und Computer. Sie sind immer stärker vernetzt und werden stetig intelligenter. Selbstfahrende Fahrzeuge sind keine Fiktion mehr, sondern viel mehr eine Innovation, die vor dem Durchbruch steht. Einerseits wird diese Entwicklung von der Automobilindustrie selbst vorangetrieben, andererseits machen Technologiefirmen aus dem Silicon Valley wie Google oder Apple mit ihren autonom fahrenden Versuchsträgern mächtig Druck.

Die Automobilindustrie hat im Zusammenhang mit dem autonomen Fahren fünf Autonomiegrade definiert (vgl. Automobilbarometer 2016):

       0. Keine Automatisierung: Der Fahrer übernimmt sämtliche Aufgaben der
            Fahrzeugführung.

  1. Assistiertes Fahren: Ein Assistenzsystem unterstützt den Fahrer in gewissen Situationen durch die Übernahme der Längsbeschleunigung und- verzögerung oder der Lenkung (Querführung). Der Fahrer muss das System permanent überwachen.
     
  2. Teilautomatisiertes Fahren: Assistenzsysteme übernehmen unterstützend die Längs- und Querführung Fahrzeugs. Der Fahrer muss die Systeme permanent überwachen.
     
  3. Hochautomatisiertes Fahren I: Die Assistenzsysteme übernehmen sämtliche Aufgaben für das Führen des Fahrzeugs. Der Fahrer muss aber jederzeit in Bereitschaft sein, um eingreifen zu können und die Führung des Fahrzeugs übernehmen zu können. Somit darf der Fahrer keinen fahrfremden Tätigkeiten nachgehen.
     
  4. Hochautomatisiertes Fahren II: Die Aufgabe des Fahrens wird vollständig vom Fahrzeug übernommen. Das Fahrzeug meldet selbständig, wenn es an seine Grenzen kommt und der Fahrer übernehmen muss. Fahrfremde Tätigkeiten sind in einem gewissen Rahmen möglich.
     
  5. Vollautomatisiertes Fahren: Das Fahrzeug fährt vollständig autonom. Es braucht keine Überwachung durch den Fahrer. Es sind auch Fahrten ohne Fahrer möglich.

Die Automobilindustrie kennt beim Thema autonomes Fahren nur eine Richtung: je autonomer, desto besser.

Wie sehen aber ihre Kunden diese Entwicklung? Sind sie bereit für solche Fahrzeuge? Studien zeigen, dass die Wahrnehmung von autonomen Fahrzeugen regional unterschiedlich ist. Vor allem Personen, die in Schwellenländern leben, sind eher an der Nutzung von solchen Fahrzeugen interessiert als Personen anderer Länder (vgl. Automobilbarometer 2016). Auch das Alter scheint für das Interesse relevant zu sein (vgl. Studie von Detecon 2016). Vor allem jüngere Personen können sich vorstellen, autonome Fahrzeuge zu nutzen. Gemäss Comparis (2017) spielt auch das Geschlecht eine Rolle. So sind Männer eher bereit, sich in ein solches Fahrzeug zu setzen als Frauen. Viele weitere Studien zeigen, dass autonome Fahrzeuge durchaus gemischte Gefühle auslösen.

Aus diesem Grund führt die Universität St.Gallen (HSG) zusammen mit Alphabet eine Studie durch, welche die Kundenperspektive im Zusammenhang mit dem autonomen Fahren analysiert. Das Projekt soll über die Bereitschaft und den Willen Aufschluss geben, autonome Fahrzeuge im Strassenverkehr nutzen zu wollen. Ziele des Forschungsprojekts sind die Identifikation des Kundenutzens, aber auch der Hemmnisse des autonomen Fahrens. Die Resultate dieser Studie werden im Frühjahr 2018 publiziert.

Gastautoren: Prof. Dr. Christian Laesser & Dr. Daniel Bazzi, Universität St. Gallen