Sicher fahren bei Schnee und Glätte

veröffentlicht am 24. November 2016

Peter Jedloczky, Sourcing Manager

Winterliche Strassenverhältnisse bedeuten für alle Autofahrer eine Herausforderung. Denn bei schneebedeckten und vereisten Fahrbahnen verringert sich die Bodenhaftung der Reifen und der Bremsweg wird länger. In der kalten Jahreszeit sind eine angepasste Fahrweise und ein wintertaugliches Fahrzeug besonders wichtig.

Die einzige direkte Kontaktstelle zwischen Fahrzeug und Strasse bilden die Autoreifen. Ihre Aufgabe ist es, auf trockener, nasser, verschneiter oder vereister Fahrbahn und unter unterschiedlichsten Witterungsbedingungen für ein optimales und sicheres Fahrverhalten zu sorgen. Bei der Reifenherstellung werden die verschiedenen klimatischen Bedingungen der Jahreszeiten berücksichtigt. Die Gummimischung von Winterreifen ist kälteresistent und sorgt zusammen mit den speziellen feinen Lamellen im Profil für eine besonders gute Bodenhaftung auf Schnee oder Eis. Doch nützt der beste Winterreifen nichts, wenn das Profil abgefahren ist. Zwar beträgt die gesetzlich vorgeschriebene Mindestprofiltiefe 1,6 Millimeter, für ein sicheres Fahrverhalten empfehlen Reifen- und Verkehrsexperten aber eine Mindesttiefe von 4 Millimeter. [1]

Vorteile bei Bremsweg und Zugkraft
Beim Bremsen auf Schnee sind die Gummimischung und der Keileffekt des Schnees entscheidend. Schon der Vier-Millimeter-Reifen verursacht aus Tempo 30 einen 3,2 Meter längeren Bremsweg als der Neureifen. Noch gravierender sind die Unterschiede bei der Zugkraft auf Schnee, wenn beim Anfahren oder an Steigungen viel Grip vom Reifen gefordert wird. Hier kommt es auf die Anzahl und Tiefe der Lamellen an. Die Profilrillen nehmen den lockeren Schnee auf und die Lamellenkante verzahnt sich mit dem härteren Untergrund. Gegenüber dem Neureifen hat ein Reifen mit einem Restprofil von 7,5 Millimeter eine Zugkraft von nur noch 60 Prozent, der Vier-Millimeter-Pneu schafft sogar weniger als die Hälfte. Im Vergleich dazu versagen Sommerreifen auf Schnee komplett: Lediglich ein Viertel der Zugkraft und ein um 7,5 Meter längerer Bremsweg aus Tempo 30 sind gefährlich. [2]

Wer Winterreifen montiert, sollte dies auf allen vier Rädern tun. Bei unterschiedlicher Bereifung besteht die Gefahr, dass der Wagen schon bei mässigem Bremsen ins Schleudern gerät. Spätestens nach sechs Jahren aber ist die Gummimischung so hart geworden, dass der «Grip» bei tiefen Temperaturen nachlässt, dann sollten die Reifen ersetzt werden. [1]

Noch gibt es in der Schweiz keine gesetzliche Winterreifenpflicht. Doch wer aufgrund ungenügender Bereifung den Verkehr behindert oder gar einen Unfall verursacht, muss mit einer Busse rechnen. Zudem kann die Versicherung Regress nehmen. Denn die Grundregel im Strassenverkehrsgesetz unter Art. 26 Abs. 1 lautet: «Jedermann muss sich im Verkehr so verhalten, dass er andere in der ordnungsgemässen Benützung der Strasse weder behindert noch gefährdet.» [3]

Angepasstes Fahren trotz modernen Reifen
Bei winterlichen Strassenverhältnissen ist generell erhöhte Vorsicht geboten. Eine fachgerechte Bereifung des Fahrzeugs bringt zwar mehr Sicherheit, doch selbst der modernste Winterreifen stösst irgendwann an seine Grenzen. Ebenso wichtig ist auch eine angepasste Fahrweise: Geschwindigkeit reduzieren, vorausschauend fahren und genügend Abstand zu anderen Fahrzeugen halten. So fahren Sie sicher und unfallfrei durch den Winter. [4]

Quellen:
[1] Euromaster Suisse SA, Olivier Schorro, Spécialiste Marketing, Interview (28.10.2016).
[2] ADAC. Winterreifen. Online (23.11.2016).
[3] Admin. Strassenverkehrsgesetzt. Online (23.11.2016).
[4] Auto Schweiz. Fahren auf Schnee und Eis. Online (23.11.2016).

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