Richtig laden! Fahren Sie sicher in die Winterferien

veröffentlicht am 07. Dezember 2016

Peter Jedloczky, Sourcing Manager

Wir fahren los, mit einem Kofferraum voller Dinge, die wir irgendwie ins Auto verstaut haben. Sperrige Skis oder Snowboards, Winterschuhe, Schlitten: Ohne eine sichere Befestigung dieser schweren Gegenstände gehen wir beim Fahren grosse Risiken ein. Beim Beladen von Fahrzeug und Dachbox gibt es einige Regeln zu beachten.

Wenn sich bei einem Unfall nicht richtig geladenes Gepäck löst, wird die Situation schnell gefährlich: Skis bohren sich in Rückenlehnen, Skischuhe fliegen durch die Luft, Insassen werden dabei unter Umständen schwer verletzt. Ein ungesicherter Koffer, der um die 20 kg wiegt, erreicht bei einem Aufprall mit Tempo 50 eine Wucht von bis zu einer Tonne. [1]

Sperrige Fracht gehört idealerweise in eine Dachbox und ist mit Spanngurten befestigt, empfehlen Kraftfahrtexperten. Dies soll verhindern, dass sie sich im Extremfall löst und aus der Box herausschiesst. Ein aufgerollter Schlafsack oder eine Decke an der Spitze der Box verringern zudem das Risiko von Beschädigungen der Ladung, die durch das Verrutschen bei starken Bremsmanövern entstehen können. [2] Beim Beladen der Dachbox ist eine gleichmässige Gewichtsverteilung wichtig. Bei einem Verkehrsunfall können einzelne Gepäckteile zu Geschossen werden und durch die Wand der Dachbox fliegen. Jede Box hat eine maximal zulässige Dachlast, die in jeder Hinsicht verbindlich ist. Unabhängig davon sind schwere Gepäckstücke im Kofferraum sicherer verstaut, weil dadurch der Schwerpunkt des Autos möglichst niedrig gehalten und damit eine bessere Stabilität erreicht wird. Auch Skiträger sorgen für eine sichere Ladung von Skis und Snowboards und verhindern ebenso, dass nach deren Gebrauch keine Feuchtigkeit durch Schnee und Nässe mit in das Wageninnere gelangt. Ein weiterer Vorteil von Skiträgern ist, dass sich viele neue Modelle problemlos in Fahrradträger umwandeln lassen. [3]

Wenn das Gepäck zur Gefahr wird
Welche verheerenden Folgen nicht richtig gesichertes Gepäck auf der Fahrt haben kann, zeigen Crashtests deutlich. Im ersten Versuch klappten Experten die Rückbank um, legten Ski, Skihelme, -schuhe und Koffer lose in den Stauraum. Bei einem Aufprall mit 50 km/h wurde das gesamte Gepäck nach vorne geschleudert und traf Fahrer sowie Beifahrer an Kopf und Körper. Der Auto-Innenraum war völlig demoliert. Die Sitze hielten dem Druck nicht stand, im gefährdeten Bereich der Lendenwirbel wurde das dünne Schaumstoff-Polster durch die Ski so stark deformiert, dass es im Ernstfall zu schweren Wirbelsäulenverletzungen kommen könnte. Beim zweiten Versuch befestigten die Experten sowohl Koffer und Ski mit Gurten und verstauten die Skischuhe hinter dem Vordersitz im Fussraum. Das Ergebnis nach dem Crash: Das Gepäck blieb unverrückt an Ort und Stelle. Zwar kam die Lehne der Rücksitzbank durch die schweren Koffer an ihre Belastungsgrenze, konnte dem Druck aber standhalten. Für die Insassen bestand somit keine Gefährdung durch herumfliegendes Ladegut. Ein wichtiger Tipp: Gurten hinten schliessen, auch wenn keine Person mitfährt, das erhöht die Stabilität der Lehne. [1]

Richtig laden, sicher fahren
Beim Bremsen, Beschleunigen und Kurvenfahren verhält sich ein beladenes Fahrzeug anders als ohne Gepäck. Zudem reagieren Autos mit einer Dachbox oder einem Skiträger empfindlich auf Seitenwind. Dementsprechend sollte die Geschwindigkeit der Situation angepasst werden. Bremsproben – etwa auf einem Parkplatz – helfen, sich an den längeren Bremsweg zu gewöhnen. Ebenso wichtig ist, dass der Luftdruck der Reifen mit der Zuladung korreliert. Die korrekten Werte dazu finden sich bei den meisten PKWs auf der Innenseite des Tankdeckels, auf dem Holm der Fahrertür oder in der Betriebsanleitung. Schliesslich sollte man die mittels Dachbox oder Skiträger neu erreichte Fahrzeughöhe nicht vergessen. Spätestens bei der Einfahrt in eine Tiefgarage kann es hier zu unangenehmen Überraschungen kommen. Ein letzter Hinweis zum Schluss: Vor dem Start in den Urlaub kontrollieren, ob Ski- oder Grundträger der Dachbox fest montiert sind. Und nach etwa 50 Kilometern Fahrt die Befestigung der Box am Fahrzeug nochmals checken und gegebenenfalls nachziehen. [1]

Dem Alltag zu entfliehen und entspannte Urlaubstage geniessen, davon träumen wohl alle. In diesem Sinne wünschen wir Ihnen frohe Festtage und eine sichere Fahrt in die Winterferien.

Quellen:
[1] ADAC Wintertipps für Autofahrer. ADAC, Online (07.12.2016).
[2] So kommen Sie sicher in den Winterurlaub. Focus, Online (07.12.2016).

[3] Gepäckträger für Ihr Auto. Heimwerk, Online (07.12.2016).

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