Elektronische «Postboten» im Anmarsch

Sie sehen aus wie riesige, ferngesteuerte Spielfahrzeuge, und sie befördern Spezialsendungen zuverlässig, sicher und schnell zum Zielort. Noch befinden sich die Lieferroboter in der Testphase, doch vielleicht gehören sie schon bald zur Alltagsszene in der Schweiz.

Die autonom fahrenden Transportroboter von Starship Technologies liefern Pakete selbstständig in einem Radius von bis zu fünf Kilometern aus. Innerhalb von maximal 30 Minuten, nachdem der Kunde bequem per App seine Bestellung aufgegeben hat, bringt der kleine Roboter das Paket bis vor die Haustür. Ein besonderes Plus und reizvolles Detail: Die ganze Auslieferung lässt sich in Echtzeit auf dem Smartphone mitverfolgen. Während der Fahrt bleibt das Gepäckfach des Roboters verschlossen und kann erst beim Erhalt und ausschliesslich vom Empfänger per SMS-Code geöffnet werden. Umweltschonend, verlässlich und jederzeit einsatzbereit bilden die autonomen Lieferroboter eine effiziente Alternative zu den weitverbreiteten Kleintransportern. [1]

Maschinen sind lernfähig. So sind auch die Lieferroboter mit einer selbstlernenden Software ausgestattet, die ständig aufzeichnet, ergänzt und so die Umgebung bei jeder Fahrt besser einzuschätzen weiss. Diverse Ortungssignale wie GPS und die visuelle Erkennung durch Kameras unterstützen die neue Robotergeneration beim Navigieren über Trottoirs und Fusswege. In speziell heiklen Gebieten besteht zusätzlich die Möglichkeit, den Roboter von einem Piloten fernsteuern zu lassen. [2]

Die Post bringt's
Bereits im August dieses Jahres lancierte Die Post gemeinsam mit der Firma MediService einen ersten Testlauf. MediService hat sich auf die Betreuung von Menschen mit chronischen Krankheiten spezialisiert und ist die erste «Spezialapotheke» der Schweiz. Vorerst werden die Lieferroboter eingesetzt, um diesen Patienten Medikamente nach Hause zu liefern. Während der Pilotphase werden die maschinellen Kuriere von einer Begleitperson überwacht, um bei allfälligen Problemen eingreifen zu können. Mit regelmässigen Einsätzen rechnet die Post jedoch frühestens in drei Jahren. [3]

Die intensive Suche nach alternativen Zustellungsmöglichkeiten zeigt, dass der aktuelle Einsatz von Kleintransportern für die Zustellung von Paketen die Anforderungen der heutigen Konsumenten nicht mehr zufriedenstellt. Bereits 2015 wagte Die Post den Schritt weg von der Strasse hinauf in den Luftraum und realisierte erste Tests mit Drohnen. Dabei legte sie den Fokus auf Sondereinsätze wie z. B. regelmässige Lieferungen von Medikamenten an Menschen, die abgeschieden wohnen, oder heikle Laborproben, die einen schnellstmöglichen Transport benötigen, aber auch dringende Sendungen für Menschen und Orte, die durch äussere Wettereinflüsse abgeschnitten und darum schwierig zu beliefern sind. [4]

Je schneller, je besser
Während früher vor allem die Qualität des Produkts entscheidend war, spielt in der modernen Zeit die sofortige Verfügbarkeit der Ware eine zunehmend wichtige Rolle. Warten will niemand mehr. Im Gegenteil: Die Ware soll zwar qualitativ hochstehend, aber auch sofort lieferbar sein. Das sind die Prioritäten der heutigen Kunden. So erfreuen sich Angebote mit einer «Same Day Delivery» einer weitaus grösseren Nachfrage als eine vorzeitige Terminierung der Auslieferung. [5]

Es scheint, als beschränke sich die Technologie des autonomen Fahrens nicht nur auf den Personenverkehr, auch der Warentransport befindet sich im Wandel. Ob auf dem Boden, in der Luft oder über das Wasser: die Möglichkeiten, Güter oder Personen zu befördern, werden sich wohl in den kommenden Jahren markant verändern.

Quellen:
[1] Starship Homepage, Online (12.10.2016).
[2] Schweiz: Post testet Zustellung mit Robotern. INTERNET WORLD Business. Online (12.10.2016).
[3] Jetzt kurvt der Post-Roboter durch die Schweiz. Tages Anzeiger, Online (12.10.2016).
[4] Drohnentests in der Schweiz: Die Luftpost auf Höhenflug. Post, Online (12.10.2016).
[5] Amazon liefert Pakete innerhalb von zwei Stunden. Welt, Online (12.10.2016).

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